Seit dem 9. November 2025 gilt europaweit eine neue Spielregel für Feuerstätten: Wer einen neuen Ofen oder Herd kauft, bekommt ein Gerät, das nach der DIN EN 16510 geprüft und zertifiziert wurde. Was steckt hinter dieser Norm – und was bedeutet das konkret für Sie als Käufer?
Was ist die DIN EN 16510?
Die DIN EN 16510 ist eine europäische Normenreihe, die einheitliche Anforderungen und Prüfverfahren für häusliche Feuerstätten für feste Brennstoffe festlegt. Sie ersetzt eine ganze Reihe älterer Normen, die bisher je nach Gerätetyp galten – etwa EN 13240 für Kaminöfen, EN 13229 für Kamineinsätze oder EN 12815 für Herde.
Das Ziel: Ein einheitlicher, vergleichbarer europäischer Standard – egal ob der Ofen in Deutschland, Österreich oder Schweden gekauft wird.
Die Norm ist in mehrere Teile gegliedert:
- Teil 1: Allgemeine Anforderungen & Prüfverfahren (Basis für alle Teile)
- Teil 2-1: Raumheizer / Kaminöfen
- Teil 2-2: Kamineinsätze einschließlich offene Kamine
- Teil 2-3: Herde (Holzherde, Küchenherde)
- Teil 2-4: Heizkessel für feste Brennstoffe (bis 50 kW)
- Teil 2-5: Speicherfeuerstätten
- Teil 2-6: Pelletöfen, Pellet-Einsätze und Pellet-Herde
Was hat sich gegenüber den alten Normen geändert?
Die neue Norm ist keine Kosmetik – sie bringt echte inhaltliche Neuerungen:
- Realistischere Emissionsmessung: Neue Messverfahren für NOx, Kohlenwasserstoffe und Feinstaub liefern praxisnähere Werte als bisher.
- Klarere Sicherheitsabstände: Abstände zu brennbaren Materialien werden präziser und einheitlicher definiert.
- Wasserführende Bauteile: Öfen mit Wasseranbindung an die Zentralheizung unterliegen jetzt erweiterten Sicherheitsanforderungen.
- Dauerhaftigkeit: Erstmals werden Anforderungen an die Langlebigkeit der Feuerstätten normiert.
- Elektrische Sicherheit: Öfen mit netzbetriebenen Komponenten (z. B. Gebläse, Steuerung) müssen zusätzlich der EN 60335-2-102 entsprechen.
- Neue Leistungserklärung: Geräte erhalten eine transparentere Kennzeichnung mit aktualisierten Leistungswerten.
Das wichtige Datum: 9. November 2025
Ab diesem Tag dürfen Hersteller in Europa nur noch Feuerstätten neu in den Verkehr bringen, die nach EN 16510 geprüft und mit CE-Kennzeichnung versehen sind. Das bedeutet: Wer heute einen neuen Ofen kauft, erhält automatisch ein nach der neuen Norm zertifiziertes Gerät.
Gut zu wissen für Bestandsgeräte: Die neue Norm gilt ausdrücklich nicht rückwirkend. Öfen, die vor dem 9. November 2025 installiert wurden oder bei Händlern bereits auf Lager lagen, dürfen weiterhin betrieben und verkauft werden. Kein Grund zur Panik – und kein Anlass für einen voreiligen Austausch.
Was ändert sich für Sie als Käufer?
Im Alltag werden Sie die Normumstellung kaum spüren – und das ist gut so. Die Geräte selbst verändern sich technisch nicht grundlegend. Was sich ändert, ist die Dokumentation und die Vergleichbarkeit.
Neue Leistungswerte können leicht abweichen
Da die Prüfverfahren realistischer gestaltet wurden, können sich die angegebenen Werte – etwa Wirkungsgrad oder Emissionen – gegenüber der bisherigen Norm leicht unterscheiden. Ein Ofen, den Sie aus einem älteren Katalog kennen, kann unter EN 16510 andere Kennzahlen tragen. Das ist kein Qualitätsverlust, sondern mehr Genauigkeit.
Installateure sollten Abstände prüfen
Wer einen neuen Ofen einbauen lässt, sollte beachten: Die überarbeiteten Sicherheitsabstände gelten für neu aufgestellte Geräte. Beauftragen Sie immer einen qualifizierten Ofensetzer oder Schornsteinfeger, der die aktuellen Werte aus der Produktdokumentation des jeweiligen Geräts kennt.
Speicheröfen und Holzherde: Was gilt hier?
Speicher-Kaminöfen fallen unter Teil 2-5 (Speicherfeuerstätten) der neuen Normenreihe, Holzherde und Küchenherde unter Teil 2-3. Beide Kategorien sind in der neuen Norm vollständig berücksichtigt.
Die Hersteller, mit denen ich zusammenarbeite, haben die Umstellung sorgfältig begleitet. Die Modelle im aktuellen Sortiment erfüllen die Anforderungen der EN 16510 – oder wurden bereits entsprechend neu geprüft und dokumentiert.
- Ich berate Sie transparent zu Zertifizierungen und aktuellen Prüfwerten.
- Alle Geräte im Sortiment erfüllen die geltenden Emissionsanforderungen der 1. BImSchV.
- Bei Fragen zur Norm, zur Installation oder zur Eignung für Ihren Schornstein sprechen Sie mich direkt an – persönlich, ohne Callcenter.
Fazit
Die DIN EN 16510 ist ein sinnvoller Schritt hin zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit im europäischen Markt für Feuerstätten. Für Käufer bedeutet sie vor allem: bessere Vergleichbarkeit, realistischere Kennwerte und höhere Sicherheitsstandards – ohne dass bewährte Technik verschwinden muss.
Wer heute einen Speicherofen oder Holzherd kauft, investiert in ein Gerät, das nach modernsten Prüfstandards zertifiziert ist – und das bei sachgemäßer Nutzung ein ganzes Wohnleben lang Wärme geben kann.
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