Ein Kunde bestellte bei mir einen Greithwald-Heizungsherd – sein alter Herd war ausgedient, Ersatz musste dringend her. Da das Gerät nahezu das gesamte Haus beheizt, war der Liefertermin entscheidend. Mein erster Gedanke: Den liefere ich persönlich, dann gibt es keine Verzögerungen. Gesagt, getan.
Wir vereinbarten einen Termin, und ich fuhr die rund 100 Kilometer selbst zum Kunden. Zufällig war auch der Installateur vor Ort, weshalb ich ausnahmsweise beim Auspacken und Aufstellen blieb – normalerweise mache ich mich nach dem Abladen direkt wieder auf den Weg.
Dann der Schreckmoment: Beim Auspacken stockte mir der Atem – die Cerankochplatte war gebrochen. Unbrauchbar. Ich bestellte sofort Ersatz, mit ausdrücklichem Hinweis auf höchste Dringlichkeit und Direktlieferung zum Kunden.
Die Lieferung kam schneller als erwartet. Nach zwei Wochen war die neue Platte da.
In tausend Stücken.
Wieder unbrauchbar.
Mein schlechtes Gewissen wuchs, und ich entschied mich zu einem radikalen Schritt: Eine neue Platte musste her – sofort, koste es, was es wolle. Ich organisierte eine weitere Bestellung und fuhr selbst nach Bozen, rund 500 Kilometer einfache Strecke. Zum Glück war die Platte dort sofort verfügbar. Früh los, abholen, nachmittags zurück – und am nächsten Tag direkt weiter zum Kunden. Anstrengend, aber erledigt.
Dachte ich.
Denn bei der Anlieferung sah ich etwas, das mir der Kunde nie erzählt hatte – und ich hatte auch nie gefragt. Ich hatte mich nur gewundert, warum er so außergewöhnlich geduldig geblieben war.
Er hatte die zerbrochene Cerankochplatte kurzerhand mit hitzebeständigem Klebeband zusammengefügt.
Ich war sprachlos.
Die ganze Aktion – die spontane Fahrt nach Bozen, die 1.000 Kilometer, die kurze Nacht – im Grunde unnötig.
Fazit: Kommunikation ist alles. Und: Den Einfallsreichtum von Kunden sollte man niemals unterschätzen.

